AF6I3539

Maja Chwalinska kämpft sich zurück

Die „AK ladies open“ haben am zweiten Hauptfeld-Tag weiter an Fahrt aufgenommen und etliche gutklassige und zugleich auch dramatische Begegnungen geboten.

Sechs von acht Einzeln gingen über die maximale Distanz von drei Sätzen. „Und das in der ersten Runde. Hier sieht man, wie ausgeglichen unser Teilnehmerfeld besetzt ist. Man darf sich in den nächsten Tagen ganz sicher noch auf die eine oder andere Überraschung freuen“, glaubt Turnierdirektor Razvan Mihai. Dem Kreis der Favoritinnen dürfte das nicht gefallen.

Drei Gesetzte haben nach Niederlagen schon ihre Sachen gepackt. Marina Melnikova (Russland), Valentina Ivakhnenko (Russland) und Alexandra Cadantu (Rumänien) mussten ihre Ambitionen auf den Turniersieg begraben. Aus heimischer Sicht sorgte die Betzdorferin Romy Kölzer mit ihrem Dreisatz-Sieg gegen Cadantu für einen Höhepunkt und trug zur guten Quote der deutschen Spielerinnen bei. Ihr folgten Wildcard-Spielerin Eva Lys und Stephanie Wagner in die Runde der letzten 16. Es hätte durchaus noch weitere aus dem Favoritenkreis erwischen können. Die krankheitsbedingt geschwächt angereiste Vorjahres-Halbfinalistin Maja Chwalinska aus Polen drehte gegen Tatiana Pieri (Italien) mit großem Kampfgeist einen hohen Rückstand, auch die Rumänin Laura-Ioana Paar brauchte Akklimatisierungszeit, um sich gegen Sinja Kraus zurechtzufinden. Die Nummer eins der Setzliste gab sich keine Blöße: Bibiane Schoofs verlor zwar den zweiten Durchgang gegen Ange Oby Kajuru, fand danach aber zurück in die Spur.


Ergebnisse des Tages:
Einzel, 1. Runde: Romy Kölzer (Deutschland) – Alexandra Cadantu (Rumänien) 2:6, 6:3, 6:3; Magali Kempen (Belgien) – Stephanie Wagner (Deutschland) 6:4, 4:6, 0:6; Karolina Berankova (Tschechien) – Eva Lys (Deutschland) 4:6, 2:6; Sinja Kraus (Österreich) – Laura-Ioana Paar (Rumänien) 6:1, 2:6, 1:6; Bibiane Schoofs (Niederlande) – Ange Oby Kajuru (Japan); Marie Benoit (Belgien) – Manon Arcangioli (Frankreich) 6:3, 5:7, 6:2; Arlina Rushiti (Schweiz) – Barbora Miklova (Tschechien) 7:5, 7:6; Tatiana Pieri (Italien) – Maja Chwalinska (Polen) 6:3, 4:6, 4:6.
 
Doppel, Viertelfinale: Majda Ajradini/Radina Rakic (Deutschland/Österreich) 1:6, 0:6; Anna Popescu/Chiara Scholl (Großbritannien/USA) – Alena Fomina/Valentina Ivakhnenko (Russland) 6:4, 6:3.
Kölzer

Die Betzdorferin Romy Kölzer hat das Hauptfeld erreicht

Das Teilnehmerfeld der siebten „AK ladies open“ steht fest. Neben den auf direktem Weg über die Weltrangliste qualifizierten Spielerinnen, Linda Fruhvirtova, die ein „Junior Exempt“ erhielt, und vier Wildcard-Inhaberinnen haben bis Montagabend sechs Qualifikantinnen die Voraussetzungen geschaffen, um im 32er-Feld aufschlagen zu dürfen.

Manon Arcangioli (Frankreich), Romy Kölzer (Deutschland), Arlinda Rushiti (Schweiz), Ange Oby Kajuru (Japan), Karolina Berankova (Tschechien) und Sinia Kraus (Österreich) setzten sich durch.


Anders als in so manchem zurückliegenden Jahr behielt die Qualifikations-Setzliste diesmal Recht, die Favoritinnen gaben sich an den Turniertagen Nummer eins und zwei in Altenkirchen keine Blöße. So behaupteten sich in ihren beiden Partien exakt die von Position eins bis sechs Gesetzten. Einige von ihnen mussten sich bevor sie erleichtert jubeln konnten, gewaltig strecken. Die Japanerin Kajuru zum Beispiel setzte den ersten Satz mit 1:6 in den Sand, ehe sie das Ruder noch herumriss, und im entscheidenden Match-Tiebreak die Nase vorne hatte. Auch Lokalmatadorin Romy Kölzer aus Betzdorf hatte in einem spannenden und gutklassigen Match Schwerstarbeit zu verrichten gegen Angelina Wirges, die im Januar in der Junioren-Konkurrenz der Australian Open in der zweiten Runde stand.

Nichts für schwache Nerven war das Duell zwischen der für den TSC Mainz spielenden Österreicherin Sinja Kraus und Victoria Kalaitzis aus Belgien. Österreichs Nachwuchsspielerin des vergangenen Jahres rehabilitierte sich für die überraschende Halbfinal-Niederlage bei den Rheinland-Pfalz-Hallenmeisterschaften vor einer Woche gegen Martina Markov mit einem 7:6, 5:7, 10:7-Sieg.


Einen weiteren wichtigen Tagesordnungspunkt nahm am Montag die Auslosung des Hauptfeldes ein. Wildcard-Spielerin Nastasja Schunk und 2017er-Siegerin Bibiane Schoofs, die die Setzliste anführt, spielten an der Seite von Oberschiedsrichter Patrick Mackenstein Glücksfee. Schoofs wird in der 1. Runde auf Qualifikantin Ange Oby Kajaru treffen, Schunk bekommt es mit Chiara Scholl zu tun, der ersten Spielerin aus Nordamerika, die in sieben Jahren „AK ladies open“ den Weg nach Altenkirchen fand.
„Jeder kann hier jeden schlagen“, sagt Schoofs zum ausgeglichenen Feld.

Das Turnier in Altenkirchen beweist erneut, dass es in der Lage ist, mit der internationalen Konkurrenz mithalten zu können und sie sogar teilweise zu überbieten: „Altenkirchen ist scheinbar genauso eine Metropole wie Moskau“, scherzt Turnierdirektor Razvan Mihai. „Hier sind 16 verschiedene Nationen vertreten. Bei dem parallel verlaufenden Wettkampf in Moskau gibt es nur vereinzelt Teilnehmerinnen aus dem Ausland. Der Rest ist aus der Region“, verdeutlichte  Mihai die Bedeutung seines Turniers. Mihai fügte hinzu, dass er nach vielen verletzungsbedingten Rückzügen (unter anderem Anna-Lena Friedsam und Carina Witthöft) sehr zufrieden mit Schoofs als gesetzte Nummer eins sei.

Die Ergebnisse des Tages
Qualifikation, 2. Runde: Manon Arcangioli (Frankreich) – Sarah Nikocevic (Deutschland) 6:4, 6:4; Romy Kölzer (Deutschland) – Angelika Wirges (Deutschland) 6:4, 1:6, 10:6; Arlinda Rushiti  – Fabienne Gettwart (Deutschland) 7:6, 6:2; Ange Oby Kajuru (Japan) – Vivian Wolff (Deutschland) 1:6, 6:3, 10:4; Karolina Berankova (Tschechien) – Mina Hodzic (Deutschland) 7:5, 6:3; Sina Kraus (Österreich) – Victoria Kalaitzis (Belgien) 7:6, 5:7, 10:7.
Wolff2

Gettwart schafft die große Wende

Den Krimi des ersten Qualifikationstages hebten sich die „AK ladies open“ für den Abschluss auf:
Im sechsten und letzten Spiel des Auftakttages auf dem Center Court sah im entscheidenden Match-Tiebreak lange Zeit alles nach einem Sieg von Anna Klasen aus. Mit 8:4 lag sie bereits in Führung, zwei Punkte fehlten noch zum Sieg. Aber dann mobilisierte ihre Gegnerin Fabienne Gettwart im deutsch-deutschen Duell die letzten Körner, machte sechs Punkte in Folge und schaffte die Wende. 

Klasen war somit die dritte gesetzte Spielerin, die ihre Ambitionen auf den Einzug ins Hauptfeld begraben musste. Zuvor hatten sich bereits Jantje Tillbürger (1:6, 3:6 gegen Vivian Wolff) und die Dänin Sofia Nami Samavati (2:6, 2:6 gegen Angelina Wirges verabschiedet. „Wir haben gute Partien gesehen“, resümierte Turnierdirektor Razvan Mihai die ersten Eindrücke der bereits siebten Turnierauflage.


Aus deutscher Sicht gingen vier internationale Vergleiche verloren. Mia Mack unterlag nach gewonnenem ersten Satz der Belgierin Victoria Kalaitzis, Marisa Schmidt verlor gegen Arlinda Rushiti aus der Schweiz, für Dana Heimen war die Japanerin Ange Oby Kajuru zu stark und Lena Ruppert musste die Überlegenheit von Karolina Berankova (Tschechien) anerkennen. Erfolgreich aus dem Reigen der DTB-Talente war hingegen die Hannoveranerin Angelina Wirges, die nach 74 Minuten als deutliche Zwei-Satz-Siegerin gegen Sofia Nami Samavati feststand.


Das Einzel der Nummer 56 der Junioren-Weltrangliste war eines von zehn, das nach zwei Durchgängen entschieden war.

AF6I9121

AK ladies open bereit für die siebte Auflage

Für das Team der AK ladies open hat die heiße Phase der Vorbereitung längst begonnen. Vom 23. Februar bis zum 01. März trifft sich im SRS SportPark auf der Altenkirchener Glockenspitze bereits zum siebten Mal der internationale Zirkus des „Weißen Sports“.

Das mit 25.000 Dollar dotierte Turnier wartet auch 2020 mit einigen Veränderungen auf.

So hat der Deutsche Tennisbund im Rahmen seiner Veranstaltertagung das Aus der „German Masters Series“ beschlossen. Von 2014 bis 2019 waren die AK ladies open Teil dieser Serie. Nachfolger sind die „DTB Internationals“ zu denen nun auch die AK ladies open zählen.

Neu ist auch, dass nur noch auf zwei Plätzen gespielt wird. Der Welttennisverband ITF schreibt vor, den Spielern zukünftig einen Trainingsplatz zu stellen, auf dem die gleichen Bedingungen herrschen wie auf den Turniercourts. Daraus ergibt sich eine Anpassung des Zeitplans um über die Runden zu kommen. An den ersten drei Hauptfeldtagen beginnen die Spiele schon morgens um 10:00 Uhr.

Die Qualifikationsrunde mit 24 Spielerinnen beginnt am Sonntag, 23. Februar mit einer kleinen Eröffnungsfeier. Bei beiden Qualifikationstagen am 23. Und 24. Februar verlangen die Veranstalter Tennisschule LOB und SRS e.V. kein Eintritt.

Tickets für das Hauptfeld ab dem 25. Februar gibt im Internet unter www.ticket.ak-ladies-open.de oder im SRS SportPark. Im Sportzentrum, Altenkirchen.

.