AK ladies open 2021 finden statt – als „Geisterturnier“

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Was für die Fußball-Bundesliga, die an diesem Wochenende in Ägypten aufs Endspiel hinsteuernd Handball-Weltmeisterschaft und diverse Weltsport-Weltcups gilt, trifft auf Tennis-Weltranglistenturniere zu: Der Profi- und Berufssport darf unter strengen Auflagen vom Corona-Lockdown seinen Betrieb fortführen, sofern die örtlichen Behörden die erforderlichen Zustimmungen erteilen. Die AK ladies open, das mit 25 000 US-Dollar dotierte ITF-Turnier auf der Altenkirchener Glockenspitze, haben seitens der heimischen und der Landespolitik mutmachende Worte erhalten, die Veranstaltung im Februar zum achten Mal in der Kreisstadt durchzuführen. Das Organisations-Team um Turnierdirektor Razvan Mihai und Mit-Veranstalter SRS haben intensiv gearbeitet und sind davon überzeugt, auch in dieser Zeit den Herausforderungen gewappnet zu sein. Mit einem gründlichen Hygienekonzept wird seitens der Macher im SRS-Sportpark alles getan, um vom 15. bis 21. Februar ohne Zwischenfälle durch die Turnierwoche zu kommen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:


Auf welche Rahmenbedingungen müssen sich die Spielerinnen einstellen?
Die Bestimmungen des Ausrichters sehen eine strikte Reduzierung von Gästen auf der Anlage vor. Für die Spielerinnen bedeutet das, dass jeweils nur eine Begleitperson – egal ob Trainer oder Angehörige – eine Akkreditierung erhält. Beide müssen zu Turnierbeginn einen negativen PCR-Test vorweisen, der maximal zwei Tage alt sein darf. „Kontaktbeschränkung“ lautet das Zauberwort. Die Aktiven bekommen zwar kein Verbot, das Turniergelände zu verlassen, dafür aber eine deutliche Sensibilisierung, es im Sinne der Eigenverantwortung maximal für Spaziergänge zu verlassen. Nach ihren Spielen sollen sie zudem möglichst direkt auf ihre Zimmer gehen. Im Laufe der Turnierwoche wird es am Montag und Donnerstag zusätzliche Corona-Schnelltests für alle Spielerinnen, Betreuer und Turniermitarbeiter geben. Tägliche Fiebermessungen gehören ebenfalls zum Monitoring-System im Rahmen des Hygienekonzepts.

Wer erhält Zutritt zum Turniergelände?
Die Zahl der Anwesenden ist stark reduziert. Neben den Aktiven sind lediglich Turnieroffizielle, Mitarbeiter und Pressevertreter zugelassen. Selbst SRS-Mitarbeiter, die nicht mit der Turnierbetreuung betraut sind, haben in diesem Jahr keine Möglichkeit, die Spiele in der Halle zu verfolgen. Hier setzen die Verantwortlichen auf eine strikte Trennung, um die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten. Daher bleibt das SRS-Sporthotel auch in dieser Zeit für den öffentlichen Betrieb geschlossen. Sämtliche Gäste stehen in Verbindung mit dem Turnier. Gespielt wird in der Halle unter Ausschluss der Öffentlichkeit als „Geisterturnier“ ohne Zuschauer. Eine Kontroll-App überwacht am einzigen Eingang zum Turniergelände ständig die Zahl der anwesenden Personen.

Wie bewerten die örtlichen Behörden die getroffenen Maßnahmen?
Die Ausrichter standen in den vergangenen Wochen und Monaten in engem Austausch mit den zuständigen Ämtern. In Vorort-Terminen und ausführlichen Gesprächen machte die örtliche Verwaltung ein Bild vom Konzept mit Einbahnwege-System, Raumaufteilung und allen weiteren wichtigen Schutzmaßnahmen. In den Gesprächen über das Hygienekonzept hoben SRS-Leiter Hans-Günter Schmidts, Turnierdirektor Razvan Mihai und die Vertreter der Behörden die vertrauensvolle Kooperation hervor.

Was ermutigt die AK ladies open-Führungsriege, das Turnier auszurichten?
Die Entscheidung hing von den Kriterien vor Ort ab. Die positiven Rückmeldungen durch Landrat, Verbands-Bürgermeister, Gesundheitsamt sowie Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die erneut die Schirmherrschaft trägt, befürworten und unterstützen die Initiative von Schmidts, Mihai und Co.. Eine wesentliche Rolle spielte laut Schmidts das erstellte Konzept, das erstens organisatorisch gestemmt werden kann und zweitens mit einer strengen Umsetzung seinen Zweck erfüllen soll. „Wir haben kein Konzept aufgestellt, um die Behörden zufriedenstellen, sondern um alle Spieler und Mitarbeiter zu schützen“, betont er. „Wir leben hier vor Ort und könnten es nicht verantworten, ein Herausforderung einzugehen, die wir nicht bewältigen können. Das spiegelt sich alleine schon in den Leitlinien von SRS wider. Wir haben es uns als christliche Non-Profit Sportorganisation zur Aufgabe gemacht, Sportler bestmöglich zu unterstützen. Schutz und Sicherheit genießen höchste Priorität.“

Ist eine kurzfristige Absage noch denkbar?
Unter Umständen ja. Die Organisatoren werden nicht um jeden Preis das Turnier durchziehen. Sollten sich kurzfristig Entwicklungen ergeben, die das aufgestellte Konzept ins Wanken bringen, oder politische Verschärfungen erlassen werden, behalten sich die Macher auf der Glockenspitze bis zuletzt vor, die Veranstaltung abzusagen. „Diese Verantwortung haben wir jedem gegenüber. Und in diesem Fall werden wir die Konsequenzen tragen“, sagt Schmidts.

Welche Erfahrungen im Umgang mit Hygienekonzepten hat der Tennissport in letzter Zeit gemacht?
Im Frühjahr war der „Weiße Sport“ die erste Sportart, die nach dem ersten Lockdown mit einer Geisterturnier-Serie in Höhr-Grenzhausen den Anfang auf dem Weg zurück in den sportlichen Alltag machte. Mitte Januar diesen Jahres fand in Hamburg ein Hallenturnier aus der gleichen Preisgeld-Kategorie der AK ladies open statt. Als Oberschiedsrichter fungierte an der Elbe genauso wie demnächst in Altenkirchen Patrick Mackenstein. Der erfahrene Supervisor sprach von einem reibungslosen Ablauf, alles habe hervorragend funktioniert.