Eva Lys stürmt in Altenkirchen zum Turniersieg

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Zum zweiten Mal in der siebenjährigen Geschichte der „AK ladies open“ kommt die Siegerin aus Deutschland. 

Konnte man 2015 mit dem Erfolg von Carina Witthöft durchaus rechnen, so kam der Sieg von Eva Lys am Sonntagnachmittag beim mit 25 000 US-Dollar dotierten Frauen-Weltranglistenturnier in Altenkirchen doch eher unerwartet. „Es ehrt mich, mit Spielerinnen wie Carina Witthöft verglichen zu werden, aber ich versuche meinen eigenen Weg zu gehen und eigene Fußstapfen zu hinterlassen“, schilderte die 18-Jährige. „Schon mit dem Einzug ins Finale habe ich realisiert, dass hier alles für mich möglich ist.“

Lys, die das Endspiel gegen Bibiane Schoofs mit 6:2 und 6:4 für sich entschied, spielte als Inhaberin einer nach Absprache zwischen Deutschem Tennis Bund und Turnierdirektor Razvan Mihai vergebenen Wildcard im Hauptfeld mit und zeigte, dass Barbara Rittner als Chefin des deutschen Frauentennis mit dieser Berücksichtigung eine gute Wahl traf. „Eva muss sich für diese Wildcard nicht bedanken. Sie hat sie sich selbst erarbeitet“, so die Bundestrainerin. Lys ebnete sich mit glatten Siegen gegen Karolina Berankova, Maja Chwalinska (Aufgabe im ersten Satz), Andreea Mitu und Susan Bandecchi den Weg ins Endspiel, in dem sie ihren Coup gegen Bibiane Schoofs perfekt machte. „Mein Ziel war es, mein drittes Ergebnis einzuspielen, das ich benötige, um in der WTA-Weltrangliste gelistet zu werden. Dass ich es ins Finale geschafft habe, war für mich eine Riesen-Überraschung“, sagte die 18-Jährige. „Seit diesem Turnier weiß ich, dass ich die Chance habe, ein Junioren-Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Das ist eines meiner Ziele für dieses Jahr“, erklärte die Nummer 88 der Juniorinnen-Weltrangliste, die im Januar bereits bei den Australian Open auf dem Platz stand, in Melbourne jedoch bereits in der ersten Runde die Segel streichen musste. In Altenkirchen wartete nun zwar erfahrenere Konkurrenz, aber das spielte für das Mitglied des „Porsche Talent Teams“ des DTB keine große Rolle: „Die Umstellung ist nicht so groß. Auch bei den Juniorinnen gibt es richtig gute Spielerinnen. Und ich konzentriere mich ohnehin nicht darauf, gegen wen ich spiele, sondern was ich tun muss, um zu gewinnen. Tennis ist ein Sport, in dem man immer gewinnen kann. Egal gegen wen du spielst“, schilderte die Hamburgerin. Viermal fand sie diesen Weg, der für sie aus vielen Faktoren besteht: die Unterstützung durch ihren Vater und Trainer Vitali sowie Barbara Rittner und die Physiotherapeuten, die Einstellung auf dem Platz, immer das Beste zu geben und die Marotte mit den Kopfhörern neben dem Platz, die ihr helfen sich vor den Matches zu fokussieren und unter denen in der Regel englischer Rap läuft.
Lys hatte im Finale gegen die Nummer eins der Setzliste und Gewinnerin von vor drei Jahren nichts zu verlieren. Mit ihrer frischen Art überrannte sie Schoofs im ersten Satz und hatte diesen bereits nach 26 Minuten mit 6:2 für sich entschieden. Im Durchgang Nummer zwei sich Schoofs auf einem guten zu befinden, das Duell auszugleichen. Beim Stand von 4:3 besaß sie zwei Spielbälle zum 5:3. Lys wehrte sie ab, schaffte das Re-Break und gewann auch die nächsten beiden Spiele. „Ich habe immer weitergespielt, und am Ende ist es gut gegangen“, strahlte die Siegerin, die im vergangenen Jahr lange Zeit verletzt pausieren musste und jetzt versucht durchzustarten. Den Weg zum nächsten Turnier trat sie bereits am Sonntagabend. Von Frankfurt aus ging der Flieger nach Casablanca, wo die 18-Jährige in dieser Woche ein Juniorenturnier spielt.

Großes Lob erntete das Turnier das Turnierteam mit Razvan Mihai an der Spitze nicht nur von DTB-Präsident Ulrich Klaus („Die Spielerinnen lieben dieses Turnier, weil sich hier in besonderem Maße um sie gekümmert wird“), sondern auch Bundestrainerin Barbara Rittner schwärmte: „„Von den kleinen Turnieren ist Altenkirchen eines der tollsten. Hier wird vorgemacht, wie man einem Turnier einen menschlichen Touch gibt und die Spielerinnen zufriedenstellt. Das nehme ich mit nach Berlin, wo ich im Sommer bei einem Turnier als Turnierdirektorin auftrete.“